2. Diskrepanzen: alte Muster vs. neue innere Werte

Um an meinen letzten Beitrag aus der Freitagsreihe anzuknüpfen:

Neuer innerer Wert: Konsum hinterfragen -> Altes Muster: „Oh… 15% bei h&m“

Während des Reisens lernt man viele Menschen kennen. Menschen, die ihre Werte in die Tat umsetzen. Sie sind Weltreisende mit wenig Gepäck, Vegetarier oder sogar Veganer, Naturliebhaber, ehrenamtliche Helfer, Künstler… Inspirierend.

Wie oft passiert es jedoch, dass wir solche inneren Werte etablieren möchten, aber nicht konsequent danach handeln? Ständig. Gestern der Konsum, heute die Massentierhaltung, morgen soziales Engagement. Wir wissen um die Missstände, verhalten wir uns auch dementsprechend? Eher selten.

Viel zu bequem sind wir, denn es ist doch einiges an Arbeit, sich aus seinen gewohnten alten Mustern zu lösen. Und so bleibt der gute Vorsatz häufig nur ein theoretischer Ansatz.

Aber jetzt mal im Ernst? Wenn man von etwas wirklich überzeugt ist, kann es doch nicht so schwer sein? Richtig!

Bei genannten inneren Werten geht es um das große Ganze und nicht nur um uns selbst. Gerade deshalb ist es auch schwerer für uns, diese Werte in die Tat umzusetzen. Warum sollten wir auf einen erhöhten Konsum verzichten, Fleisch aus Massentierhaltung meiden oder uns sozial engagieren? Na… Wir tun dies nicht (nur) für uns, sondern vor allem für andere und für ein faires Miteinander. Auch wenn landläufig die Meinung vorherrscht: „Was soll ich als einziger schon ausrichten?“, sollte uns bewusst werden, dass jeder einzelne von uns für sein Handeln verantwortlich ist und das interagiert nun mal mit der Welt und hat seinen Einfluss.

Ich würde den Beitrag nicht schreiben, wenn es einfach wäre. Um entsprechend zu handeln, müssen häufig alte Muster umprogrammiert werden. Und das funktioniert nicht, ohne die Überzeugung von den eigenen inneren Werten und deren Tragweite.  Ohne tatsächliche Überzeugung also keine Chance, alte Muster aufzubrechen.

Nur so kann ich es schaffen, bei der nächsten „15% bei h&m“-Mail nicht auf kaufen, sondern auf löschen zu drücken. 🙂

Ich bin neugierig: Welche Werte habt ihr? Schafft ihr es, diese in die Tat umzusetzen? Wie macht ihr es oder was hält euch davon ab?

 

… Wie ihr es (neben einer ausreichenden Überzeugung) schaffen könnt, alte Muster umzuprogrammieren, erfahrt ihr nächsten Freitag …

 

 

 

5 Comments

  1. Bettina Speiser

    Um Gewohnheiten zu verändern, braucht man neben Überzeugung auch Lust auf Neues, es muss Spaß machen oder einen reizen, etwas zu verändern. Und Nachsicht mit Mißerfolgen ist ebenso angebracht, wie ein langer Atem. Nicht alles klappt beim ersten Mal. Im Sommer hab ich es meistens geschafft, mit dem Rad zur Arbeit zu fahren, da brauche ich etwas weniger Schlaf und im Hellen macht Radfahren auch mehr Spaß. Im Moment packe ich es nicht, aber sobald es wieder morgens heller wird, versuche ich es wieder. Es hat Spaß gemacht, ich habe meinen Arbeitsweg völlig anders wahrgenommen, Menschen, die mir regelmäßig begegnen werden gegrüßt – im Auto ist man so abgeschottet, da entgeht einem viel. Aber man ist halt schneller da und muss sich nicht noch umziehen vor der Arbeit.

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  2. kleinkunzt

    Sicherlich wird es auch schwierig, alles auf einmal zu verändern. Ich muss mich fragen: was ist mir jetzt am Wichtigsten oder was ist aber so einfach, dass ich direkt damit anfangen könnte?
    Auch eine Idee: wirklich Schritt für Schritt anfangen (:

    Und mit großer Begeisterung funktioniert es umso besser, denke ich: wenn es dir wirklich sinnvoll erscheint, gibt es ja auch eine Motivation für ein anderes Handeln.

    😀 oder wenn es mal schwer fällt, versuchen, „sich selbst auszutricksen“

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