1. Kaufen, kaufen, kaufen

Hiermit eröffne ich die Freitagsreihe zum Thema 10 alte Muster, in die ich nicht mehr verfallen möchte…

Passend zum vergangenen (von mir als verrückt empfundenen) Black Friday, möchte ich in diesem ersten Beitrag auf das Thema Konsum eingehen.

Ich denke, ich bin in bester Gesellschaft, wenn ich behaupte, dass meine Kaufgewohnheiten, objektiv betrachtet, manchmal etwas ausufern. Vor dem Reisen habe ich schon versucht, meinen Konsum herunterzuschrauben, aber in Anbetracht der Vielfalt schöner Dinge ist dies nicht einfach. Am Anfang meiner Reise musste ich gezwungener Maßen an allen schönen Versuchungen vorbeigehen, denn in meinen Rucksack hat definitiv nichts reingepasst. Der Entzug zeigte seine Wirkung gen Ende der Reise. Da hatte ich zwar einen kleinen Rückfall (bei Roots 😉 ), aber im Großen und Ganzen konnte ich unbeeindruckt an Läden vorbeigehen. Das möchte ich hier Zuhause auf jeden Fall fortführen. Schließlich haben wir ja eigentlich alles, wenn wir mal ehrlich sind – und das meist auch noch doppelt.

Diese kurze/schnelle Befriedigung, wenn man sich den 10. roten Nagellack kauft (aber die Farbe ist wirklich eine Nuance heller als die anderen…) oder die nächsten wunderschönen High Heels, die man ehrlich gesagt eh nicht mehr anziehen wird. Haben wollen… kaufen, kaufen, kaufen… Hauptsache günstig muss es sein. Schnäppchen triggern, Werbung lockt und die Gesellschaft gibt es vor.

Mit dem Resultat, dass unsere Wohnungen aus allen Nähten platzen. Und was hat man dann von dem ganzen Besitz? Da man tatsächlich doch immer nur die gleichen Lieblingsdinge nutzt… Und anders gefragt, was haben andere davon, dass wir so viel kaufen? Wer profitiert wirklich davon? Während wir im Überfluss ertrinken, verdurstet unseretwegen der Rest der Welt. Natürlich ist das drastisch und sehr plakativ ausgedrückt. Aber das ist kein Gleichgewicht, das hier vorherrscht. Günstiges Überangebot bei uns – Armut woanders.

Nichtsdestotrotz leben wir in dieser Gesellschaft und es ist schwierig, sich dem Kapitalismus komplett zu entziehen. Ein gesundes Mittelmaß und ein bewussterer Konsum, mal über den eigenen Tellerrand hinausschauen, seine persönliche Ursache für vermehrten Konsum hinterfragen. Versuchen wir, etwas zu kompensieren? Achten wir auf Herkunft und Produktionsbedingungen? Brauchen wir das alles wirklich oder kommen wir auch mit weniger sehr gut zurecht?

Zur Zeit miste ich noch fleißig aus (Vor der Reise habe ich meinen Kleiderschrank von 380 auf 200 Teile gekürzt – aber da geht noch was 🙂 ) Neue Kleidung kommt mir erstmal nicht ins Haus. Hier geht meine Denke in Richtung Minimalismus. Auch wenn ich da noch lange nicht angekommen bin. Lieber klein anfangen, denn das alles sind Maßnahmen, mit denen man den ersten Schritt macht in Richtung: echter leben, bewusster kaufen und somit auch handeln.

Und jeder noch so lange Weg beginnt ja bekanntlich mit einem ersten Schritt. 🙂 Los geht’s!

 

 

16 Comments

  1. Lisa-Mareen

    Ich mach mit!!!…Bin auch gerade auf dem (hoffentlich) besten Weg und ziehe mein Vorhaben nichts mehr neues zu kaufen, wenn nicht etwas altes leer oder kaputt geht, jetzt schon seit 2 Monaten durch (hört sich kurz an, aber das war oftmals gar nicht so leicht;-)). Ausgemistet habe ich auch bereits…irgendwo muss man ja mal anfangen, näh 😉

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  2. Cordula

    Ich kann mich da nur anschließen. Was hat es für einen Sinn viel zu besitzen, wenn gut die Hälfte davon nicht regelmäßig genutzt wird? Und macht Kaufen immer automatisch glücklich?

    Ich habe mittlerweile auch gut ausgemistet. Und es ist, wie ich finde, wirklich ein befreiendes Gefühl wenn man nicht mehr ganz so viel Kram um sich hat. Sondern stattdessen plötzlich leere Schubladen und freie Flächen.
    Lieber umgebe ich mich mit DIngen, die ich auch wirklich nutze und die mich glücklich machen ^^.

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  3. hannah - fahrtrichtung eden

    Super Sache! 🙂
    Ich erinnere mich gut daran, als ich letztes Jahr verreist bin und nur zwei Pullover dabei hatte… Da stand ich dann vor der Wahl „der eine oder der andere“… Und danach kam mir die Wahl zwischen „der oder der oder der oder….oder der??“ vollkommen unnötig und belastend vor! Seit einem Jahr habe ich ungefähr nichts Neues mehr gekauft und bin trotzdem nicht dazu gekommen, auch nur die Hälfte von meinen Klamotten mal anzuziehen! So viel weniger würde vollkommen reichen!! Und wir werden ja automatisch glücklicher, wenn wir einfach mit dem weniger auch schon zufrieden sind 🙂

    Liebe Grüße!

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    1. echtundinfarbe

      Da hast du wirklich recht… ich schmunzel auch jetzt, wenn Leute mit einem Riesenkoffer in den 2-Wochenurlaub reisen.. 😊 und selbst zieh ich die 30 Teile, die ich mir für die Wintermonate aus meinem Schrank auserkoren habe, auch nicht alle an. 🙈 Toll, dass du das schon 1 Jahr durchziehst! ☺ Respekt! Ganz liebe Grüße

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  4. querundkreuzdenker

    Schön, dass es auch junge Leute gibt, die anfangen über den Sinn und Unsinn unserer Konsumkultur nachzudenken.
    Uns wird Wachstum und Konsum als unverzichtbar für die Lösung unserer Probleme verkauft.
    Wenn ich auf meine Lebenszeit schaue, dann wurden viele Probleme für einen kleinen Teil der (Welt-)Bevölkerung komfortabler gestaltet, Gelöst wurde aber kaum etwas.
    Wer sich einzig auf „immer schneller, immer höher, immer weiter“ konzentriert, bei dem werden i.d.R. die materiellen Besitztümer wachsen, er selbst bleibt aber der oft unzufriedene Wicht von zuvor.
    Solche Einstiege in den Minimalismus sind für mich Vehikel zum persönlichen Wachstum, indische Gurus würden vielleicht sagen „Einstige“ zur Erleuchtung.

    Daran sind aber unsere modernen Gesellschaften nicht interessiert, denn „Erleuchtete“ tragen weniger zur Rückzahlung von Schulden bei, die andere angehäuft haben.

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    1. echtundinfarbe

      Danke für den tollen Kommentar! Es ist definitiv wichtig, vorherrschende Systeme und etablierte Gepflogenheiten zu hinterfragen. In diesem Fall ist das Resultat: Weniger Besitz -Mehr Raum zur persönlichen Entfaltung 🙂 und man muss es ja der Gesellschaft nicht immer recht machen 😉 Danke!

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      1. querundkreuzdenker

        Ich finde, es geht gar nicht darum es jemandem oder gar der Gesellschaft recht zu machen.
        Es geht schlicht und einfach ums überleben.
        Wenn wir so weiter machen, dann haben wir unseren Planeten bald so ausgeplündert, dass die einem am Überfluss und die anderen entweder am Hunger und Durst oder aufgrund von Gewalttätigkeit zu Grunde gehen.

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  5. rebnick

    Danke für diesen Beitrag! Es ist so wahr, man braucht gar nicht viel zum Glücklichsein. Als wir vor unserer Weltreise unsere Wohnung aufgelöst haben, haben wir bestimmt 10 Säcke zur Altkleidersammlung gebracht und mehrere Kisten Küchenutensilien in ein Flüchtlingsheim. Jetzt sind wir seit sechs Monaten nur mit einem Rucksack unterwegs und vermissen nichts. Möbel finde ich sowieso am liebsten bei Kleinanzeigen oder auf der Straße. So hat man den Einheitsbrei der Möbelhäuser nicht zuhause stehen und kann auf mehr Qualität zu einem viel günstigeren Preis achten.

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