Neuseeland’s faszinierende Südinsel

Ist es nicht das Schönste, ohne konkrete Erwartungen an Dinge heranzugehen und sich einfach überraschen zu lassen?

So lief es bei mir mit Neuseeland. Natürlich wusste ich, dass es ein Naturschauspiel werden wird, aber ohne konkrete Bilder vor Augen, was mich erwartet, konnte ich diese Reise ganz unvoreingenommen antreten.

Mit Bastis Tipps im Gepäck und einem kleinen Reiseführer ausgestattet, landeten wir in Christchurch und fingen dort erst an, uns mit dem Land näher zu beschäftigen. 😀

Fazit: der Shit! (wie unsere 2-wöchige Reisebegleitung Annika jetzt sagen würde.) Die Südinsel Neuseelands ist definitiv nicht von dieser Welt. Sie sieht noch so ursprünglich und gewaltig natürlich aus, dass man jede Sekunde einen T-Rex um die Ecke kommen oder für die Herr der Ringe-Fans unter euch einen Ork heranreiten sieht.

Unsere Reise ging einmal rund um die Südinsel – vorbei an unzähligen wunderschönen Wasserfällen, Regenbögen und natürlich einem Teil der ca. 30.000.000 Schafe, die hier wohnen. (Zum Vergleich: ca 4,6 Mio. Einwohner)

In Christchurch, dem man die vergangenen Erdbeben noch immer ansieht, ging die wilde Reise los. Es ist ein Jammer, dass diese Stadt bei dem Beben vor 6 Jahren einen Großteil der historischen Gebäude verloren hat. So auch die Christchurch, die nun halb abgerissen einen Zustand zwischen Alt, Neu und „sich-nicht-entscheiden-können“ symbolisiert. (Kirche wollte abreißen, Bürger wollten behalten, keiner kann es finanzieren – also lassen wir das jetzt mal so.) Insgesamt wird das Beste draus gemacht, wie zum Beispiel die Restart-Mall, die kurz nach dem Beben aus Containern aufgebaut wurde und einen herrlich improvisiert kreativen Flair in der Stadt verbreitet.

Da wir so spontan, wie wir waren, vorerst keinen Mietwagen gebucht hatten, mussten wir die ersten Tage ohne zurecht kommen. Was uns auf die Idee brachte, das Hitchhiking auszuprobieren. Zusätzlichen Zuspruch bekamen wir von einigen Hostelfreunden, die teilweise die ganze Insel so bereisten. Also Schildchen malen, bisschen ordentlich anziehen (der erste Eindruck zählt :-D) und ab in den Bus – raus aus der Stadt auf die Straße Richtung Akaroa.

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Dort standen wir ganze 5 Minuten bis ein Range Rover links! ranfuhr. Ungläubig schauten wir hinterher während der nette Business-Mann ohne hallo zu sagen, einfach die Heckklappe öffnete, was wohl heißen sollte „Schmeißt rein euern Kram“ 🙂 Etwas abschreckend an dem Kofferraum fand ich dann nur die gähnende Leere mit bloß einer dreckigen Schippe drin. Mmh… was das wohl bedeuten sollte? 😀 No risk – no fun. Wir haben uns jedenfalls mega gefreut und sind schließlich übertrieben komfortabel die 90km nach Akaroa gereist. (weniger komfortabel, dafür aber umso herzlicher sind wir mit einer 4köpfigen Familie den ganzen Weg 3 Tage später wieder zurückgereist) 🙂

In Akaroa wartete wundervolles Wetter auf uns und sehr leckerer Käsekuchen 😉 Viel spaziert und entspannt – pures Urlaubsfeeling und eine traumhafte Landschaft in dem französisch angehauchten Örtchen auf der Akaroa-Halbinsel.

Nachdem wir schließlich unseren Mietwagen abgeholt hatten, ging es Richtung Mount Cook – dem höchsten Berg Neuseelands. Und weil wir ja etwas weniger Glück mit dem Wetter in Australien hatten, sollten wir diesmal mit einem wolkenlosen Blick auf die Spitze des Berges belohnt werden, die nicht mal jeder Kiwi ohne Wolken zu Gesicht bekommt. 🙂 Vorbei an Lake Tekapo nächtigten wir in Twizel am Lake Pukaki, der eigentlich milchig türkise See lachte uns leider nur in einem intensiven Blau an. Egal. 🙂 Eins unserer Highlights hier war auf jeden Fall die Wanderung zur Mueller Hut mit den zwei Mädels Ida und Maya, die wir schon in Akaroa getroffen hatten. Diese Aussicht war unbezahlbar – auf Gletscher, See, Mt. Cook und alles Drumherum bei Kaiserwetter – traumhaft. (aber anstrengend! – 2.000 Stufen bergauf)

Next Stop: Dunedin mit einem kleinen Umweg über Oamaru, wo wir leider kein Glück mit den Gelbaugen Pinguinen hatten. Dafür aber durchgefrorene Füße nach 1h warten. ^^

Dunedin hat uns sehr gut gefallen. Hier haben wir tourimäßig die steilste Straße der Welt besucht, sind durch die Stadt geschlendert und haben uns den tollen alten Bahnhof angeschaut mit diesem faszinierenden Mosaik-Boden. (Sprudelhof-Feeling 😉 )

Außerdem haben wir hier unsere Reisebegleitung Annika aufgegabelt. Eigentlich nur für ein Ride Share bis nach Queenstown. Dann sind wir sie aber bis Nelson (2 Wochen später) nicht mehr losgeworden. 😀 Spaaß! Wir waren ein ziemlich witziges Dreiergespann, man nannte uns auch die „Rainbow-Chaser“… 😉

Genau… Queenstown war unsere nächste Anlaufstelle. Ein süßer Ski-Ort, in dem Party und Action großgeschrieben werden. Hier haben auch wir „alten“ (ja, sehr alt im Vergleich zu den meisten anderen Backpackern) Herrschaften uns mal wieder zum Party machen überreden lassen. 😀 Und den Kater dann 2 Tage auskuriert. Standesgemäß mit Ferg-Burger-Frühstück um 15:00 und am nächsten Tag noch den Devil’s Burger ausprobiert. Das war aber nicht genug und so kam es, dass wir Foodies auch alle drei Tage in unserem favourite Cafe „Cup&Cake“ einkehrten, um unsere Kalorienbombe abzuholen. Jammi 🙂 Noch gerädert von diesen Ereignissen, war uns nicht nach wandern zumute. Also nahmen wir die Gondel auf den Berg und wunderten uns über die Asiaten, die offizielle Gondel-Bilder von sich machen ließen, als würden wir in einer Achterbahn sitzen. 😀 Die Aussicht oben war jedoch mehr als ein Foto wert und so gelang Marcel dieser Lucky Shot, inklusive Regenbogen. 🙂

Milford Sound: Bei Regen soll er am Schönsten sein, heißt es. Der bergumsäumte Fjord am gefühlten Ende der Welt schaltet nämlich erst bei Regen seine 1.000 Mini-Wasserfälle an. Auch heute sollte Petrus mit uns sein. Und so regnete es bei der Anfahrt, stoppte als wir den Bootstrip starteten und die Sonne kam raus, als wir wieder zurückfuhren. Perfekt!

In Wanaka wanderten wir nicht, wie alle, auf den Roy’s Peak, sondern zum Rob Roy Glacier. Die Anfahrt kostete mich zwar einige Nerven, da die kilometerlange Schotterstraße durch 5 Fuhrten führte und ich uns schon mit Wasser im Auto dort steckenbleiben sah. 😀 Aber es ging alles gut und die Wanderung war ebenfalls ein voller Erfolg. (Und dann seht euch diesen Spiegeleffekt an! Unglaublich!)

Von mehreren Seiten hatten wir es nun schon gehört. Der Franz Josef Glacier soll ein ganz toller sein und um ihn zu sehen, muss man einen Helikopter-Flug buchen. Der wiederum ist sehr wetterabhängig und deshalb verharrten wir 2 Regentage in Franz Josef, um den besten Tag der Woche abzupassen. 🙂 Der Helikopter-Flug dauerte ca. 5 Minuten mit einer traumhaften Sicht auf den Gletscher und das Tal. Das besondere hier ist nämlich die Kombination aus Regenwald, Meer und Gletscher an einer Stelle. Ziemlich ungewöhnlich. Daran schlossen sich 3h Gletscherwanderung an… Ausgestattet mit Spikes und dicken, wasserdichten Klamotten kletterten wir durch gerade entstandene Löcher im Eis, wateten durch schmelzende Gletscherbächlein, quetschten uns durch Gletscherspalten, in denen man nicht einen Fuß vor den anderen setzen konnten und sahen sogar 2 Lawinen. Es war eine wirklich einmalige Erfahrung und wir bereuen keinen Cent!

Auf dem Weg Richtung Norden statteten wir Hokitika, Greymouth und den Pancake Rocks einen Besuch ab.

In Motueka angekommen, drehte sich schon alles nur noch um den Abel Tasman National Park (der angeblich schönste Park Neuseelands), den wir am nächsten Tag zu Fuß erkundeten. Die Wanderung ist wirklich schön – durch den Regenwald von Bucht zu Bucht. Im Sommer muss das hier ein Traum sein. So konnten wir die tollen Strände leider nicht wirklich richtig genießen 😉 die Aussichten aber schon!

Bastis Geheimtipp „Beach Wharariki“ stand am nächsten Tag auf dem Plan. Mega schön 🙂 und der Weg dahin… Teletubbies und Hobbits hätten sich hier heimisch gefühlt.

In Nelson hatten wir so wenig Zeit, dass wir uns gar nichts anschauen konnte. Nur Marcel hatte das Glück, Nelson von oben sehen zu dürfen. Sein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk zum 30. war nämlich eine Flugstunde über Nelson… und er durfte sogar ganz alleine landen. 😀 Ich freue mich immer noch über sein riesiges Grinsen im Gesicht, als ich ihn danach wieder einsammeln durfte.

Nun ging es nach Picton – vorbei an den malerischen Marlborough Sounds und Blenheim, in dessen Umgebung wir einige Weintastings über uns ergehen ließen. 😀 Jammi!

3 Wochen Südinsel sind nun vorbei… Ich denke, wir haben sie in vollen Zügen genossen! Auf mit der Fähre nach Wellington! 🙂

 

 

 

 

 

 

 

 

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