7. Egozentrisch sein

„Wenn jeder an sich denkt, dann ist ja an alle gedacht.“

Beruhigend, oder? Nicht wirklich. Nach diesem Leitsatz leben leider viele Menschen. Man stellt sich selbst so sehr ins Zentrum des Interesses, dass das große Ganze im Schatten des eigenen Egos verschwindet.

Hauptsache mir geht’s gut, ich verdiene mehr Geld, ich mache ein Schnäppchen nach dem anderen, ich fahre günstig in den Urlaub, ich komme bequem mit dem Auto auf die Arbeit und fliege mal eben kurz für ein Wochenende durch die Weltgeschichte…

Unreflektiertes Handeln.

2 wichtige Faktoren, die unser Ego-Herzchen höher schlagen lassen: die Bequemlichkeit siegt vor der Vernunft und wir bekommen viel für wenig Geld  (ungeachtet der Herkunft und Qualität)

Vor allem, wenn es um das eigene Geld geht, sind wir ganz besonders egozentrisch. Da werden schonmal 10 km Umweg gefahren, um dem Ego einen Gefallen zu tun und das günstige Fleisch in einem bestimmten Discounter zu kaufen oder es werden glückselig 3,99 für ein neues Tshirt ausgegeben.

Aber warum sind wir trotz oft guten Gehalts nicht gewillt, es in gerecht bezahlte Arbeit und ethisch einwandfreie Produkte zu investieren? Uns würde dadurch kein Zacken aus der Krone brechen und an anderer Stelle würde es helfen.

Vorausgesetzt dort sitzt wiederum kein Egozentriker, der sich nur selbst die Taschen vollmachen will, ohne gerecht zu teilen.

Die Welt könnte so viel besser sein, würden weniger Egozentriker sie besiedeln. Und genau das ist unser Problem. Den ersten Schritt zu gehen, während alle noch an sich denken. Das empfinden wir als ungerecht und so wird unsere Welt weiterhin regiert von Menschen, die sich und ihr Ego bereichern wollen anstatt unsere Erde ins Gleichgewicht zu bringen.

Wir können aus dem Vollen schöpfen. Andere können das nicht auf dieser Welt. Wir sind so satt, dass unser Ego eigentlich mal Pause machen könnte.

Am Punkt dieser Sattheit kann ein Umdenken stattfinden. Warum sollte ich immer mehr haben wollen? Wahrlich könnte man von uns mehr Umsicht mit der Welt, mehr Bewusstsein für die Umwelt und die Tragweite der eigenen Kaufentscheidungen und mehr Bereitschaft zu Teilen erwarten.

Denn geht es mir nicht auch besser, lebe ich nicht auf einer besseren Welt,  wenn es jedem anderen auch besser geht?

Dann wäre wirklich an alle gedacht.

 

2 Comments

  1. dealdeben

    Ich würde sogar sagen, wir empfinden es nicht nur als ungerecht. Die Welt, wie sie momentan noch gesellschaftlich aufgebaut ist, ist schlicht und einfach ungerecht.

    Ungerecht global gesehen, aber auch ungerecht zu jenen, die nicht egozentrisch – oder wie ich auch gerne sage, Erste-Welt-zentrisch – denken mögen.

    Es ist eine Überzeugung, für die man einen Preis zu zahlen bereit sein muss. Nicht nur im Sinne, dass faire, langlebige, und biologisch sinnvoll erzeugte Güter nun eben teurer sind. Sondern zusätzlich noch in der Hinsicht, dass die Welt einen mit Nichten dafür belohnt, dass man Weitsicht und (globale) Gerechtigkeit walten lassen, und in seinem Handeln wiederspiegeln möchte. Im Gegenteil, man wird in dieser Konsum- und Wachstums-getriebenen Leistungsgesellschaft für solches Querulantentum belächelt, kleingeredet und übertönt.

    Es ist also eine Bürde, die man sich mit solch einer Überzeugung selbst auferlegt. Daher ist es wohl nicht so leicht, die Masse für solche Ideen zu gewinnen.

    Aber es ist jede Anstrengung wert! Und wenn erst, nach und nach, mehr und mehr Menschen diese Bürde zu tragen bereit sind, das Querulantentum langsam salonfähig wird, dann kann irgendwann die Stimmung kippen und die Masse wird den vorgelebten Überzeugungen folgen, und sogar die Bürde wird eine kleinere werden für jeden Einzelnen.

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