5. Mich von der Angst ausbremsen lassen

Wer will sich schon von seiner Angst ausbremsen lassen? Keiner. Ist ja auch eine blöde Vorstellung.

Wir könnten so viel Spaß haben. Ein Leben ganz nach unserem Geschmack führen. Wäre da nicht diese Angst, diese fiese Stimme, die einem die Tour vermasselt. Und dabei meint sie es gar nicht böse. Im Gegenteil. Angst ist in vielen Situationen sinnvoll, wenn es nämlich tatsächlich gefährlich wird. Ganz sicher aber nicht in banalen Alltagssituationen.

Natürlich sollte man jetzt auch nicht über die Maßen naiv werden. Klar. Wie immer kommt es hier auf ein gesundes Mittelmaß an. Das ich leider nicht besitze. Und genau das ist mir während des Reisens bewusst geworden. Ich habe mich ständig gefragt, wie ein Mensch nur so viel Angst haben kann. Das mag sich jetzt komisch anhören und es wird viele geben, die denken, dass ich mutig war, meinen Job zu kündigen und genau das hier zu tun, was ich jetzt tue. Und damit haben sie auch völlig recht.

Aber gerade für diese Entscheidung habe ich hart mit mir gerungen, gezweifelt und bin nächtelang Gedankenkarussell gefahren (und tu es noch manchmal). Es lag nie in meiner Natur, für etwas keinen Plan zu haben. (Hierzu auch mein letzter Beitrag  🙂 ) Und jetzt bin ich planlos und spontan, wie ich es noch nie war. Diese Ungewissheit hat mir vorher Angst gemacht. Jetzt freue ich mich darauf, was das Leben so zu bieten hat.

Ihr könnt euch nicht vorstellen, was für ein befreiendes Gefühl das ist. Und alles nur, weil ich mich dieser einen großen Angst gestellt habe und die Ungewissheit zugelassen hab, die mich in mächtig viele Situationen brachte, in denen ich wieder Angst hatte: Höhenangst (Titelbild), Angst zu reiten ^^, Angst – mich zu verlaufen/verfahren, Angst – alleine zu reisen, Angst – keinen Parkplatz zu finden 😀 (Es gibt wirklich irrationale Ängste)

Was ich alles verpasst hätte, hätte ich diese Angst nicht überwunden – mal ganz abgesehen von der Gelassenheit, mit der ich heute solchen (ja, teilweise echt irrationalen) Ängsten begegnen kann. So viel Spaß, interessante Begegnungen mit tollen Menschen, Freunde, Eindrücke, Erkenntnisse wären mir entgangen.

Jeder sollte ein Gespür für seine Ängste entwickeln. Manchmal sind wir uns dieser nämlich gar nicht richtig bewusst. Es ist vielleicht ein diffuses Gefühl, das uns zögern lässt, etwas zu tun. Aber wir hinterfragen es nicht richtig. Seit Kanada merke ich sofort, wenn ich bei etwas zögere. Und dann nehme ich all meinen Mut zusammen und mach es einfach. 🙂 Das unbeschreibliche Gefühl danach ist es wert. Probiert es aus! Im neuen Jahr… 😉 Guten Rutsch!

 

One Comment

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s