Sri Lankas „welliger Westen“

Ob ich ein Bad im Meer nehmen möchte, fragte mich mein Cousin am Tag meiner Anreise in Sri Lanka. „No, it is far too cold.“ antwortete ich. 😀 Noch den kalten Pazifik in Erinnerung. Aber nein… ich bin ja in Sri Lanka, wo ein Badewannen-warmer indischer Ozean auf mich wartet.

Also nichts wie an den goldenen Strand von Negombo und rein in die Wellen.

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A propos Wellen… Das Ayurveda-Resort in Wadduwa lag direkt an einem wunderschönen palmenumsäumten Strand. Baden im Meer? Für mich Fehlanzeige. Hier bretterte eine Welle nach der anderen auf mich zu und die Strömung war immens. Die rote Flagge hing pro forma einfach immer… 😀 Nur in Begleitung wagte ich mich einmal hinein und konnte dabei meine Angst vor überhohen Wellen kurzzeitig überwinden, indem ich tatsächlich durch sie durchtauchte. Das reichte dann für den Rest des Aufenthaltes. 😀 Dass ich an den 3 Tagen der Shirodhara-Behandlungen (Stirnölguss) nicht ins Meer durfte, war daher kein großes Übel für mich. 😉 Dass man sich die öligen Haare 3 Tage nicht waschen durfte, fand ich viel unangenehmer.

shirodhara

Das Ayurveda-Resort war wie eine wohlig umhüllende und schützende Blase für mich. Nur selten verließ ich das Gelände. Verunsichert von einigen Übergriffen am Strand und der Tatsache, dass eine Warnung für alleinreisende Frauen ausgesprochen wurde, blickte ich der weiteren Rundreise etwas verhalten entgegen. Am Tag meiner Abreise erkannte der Manager des Hotels dies nur zu gut und ermöglichte mir einen smoothen Start zurück in die Realität. 😀 Indem er seinen Taxi-Fahrer anrief, der mich an den Bus brachte und den Bus für mich anhielt. (Das ist ja nicht wie hier in Deutschland. Erstmal sieht man keine klar erkenntliche Bushaltestelle und dann muss man sich noch halb vor den Bus werfen, damit er anhält. 😀 ) Ein dickes Dankeschön dafür. Danach war ich wieder tiefenentspannt und hatte gar keine Sorge mehr, alleine zurecht zu kommen.

In Hikkaduwa wartete das Kontrastprogramm auf mich. Von Ayurveda-Resort wechselte ich zu 5 €-Hostel (Frühstück inbegriffen ^^), in dem sich ca. 20 Personen eine Toilette teilen mussten. 😀 Was ich mir dabei gedacht habe? Nicht viel anscheinend. Immerhin konnte ich hier dank Moskitonetz und Ohropax gut schlafen.

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Im Hostel konnte man dem typischen Backpacker-Small-Talk lauschen. „Where are you from?“, „Where have you been?“, „What? You haven’t been there?“ „I was in …, …, …“ blablabla… 😀 Hostels sind ja wirklich tolle Orte, um nette Menschen kennenzulernen. Aber auch tolle Orte, um anzugeben. 😉 Fast verhungert wäre ich dann mit der gesamten Hostel-Meute als wir darauf warteten, dass unser Host mit dem bestellten Abendessen um die Ecke kommt. Schmerzlich mussten wir erfahren, dass Abendessen um 22 Uhr in Sri Lanka keine Rarität ist. 😉

Glücklicherweise lernte ich am nächsten Tag ein super liebes französisches Pärchen kennen, mit denen ich die Umgebung erkundete. Auf dem Programm standen: Tsunami-Museum,  Maskenmuseum, Turtle-Farm, Tempel und Strand, Sonne, Meer. Ach… und essen, essen, essen.

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Das Tsunami-Museum war sehr interessant, doch traurig und tragisch zugleich. Es bestand hauptsächlich aus privaten Fotos, einigen Erläuterungen, wie Tsunamis entstehen, und Statistiken. In der Nähe von Hikkaduwa wurde ein fahrender Zug vom Tsunami überrascht und mehrere Kilometer ins Landesinnere befördert. Fotos über diese Tragödie, sehr bedrückende Bilder über die direkt anschließenden Aufräumarbeiten und gemalte Bilder von Kindern, die so versuchen, das Erlebte zu verarbeiten, nahmen einen wirklich mit. Der Eintritt ins Museum ist frei. Man konnte jedoch eine Spende entrichten für die Förderung der vom Tsunami betroffenen Kinder und zum Erhalt des Museums. Auch wenn es kein Friede-Freude-Urlaubs-Thema ist, würde ich dieses Museum auf jeden Fall empfehlen. Ebenso ist die unweit entfernte 18m hohe Buddha-Statue, die als Mahnmahl dem Ozean entgegenblickt, einen Besuch wert.

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Das Maskenmuseum in Ambalangoda zeigte einige Masken der traditionellen Tänze in Sri Lanka, die viele verschiedene Bedeutungen haben können (Dämonen oder böse Geister vertreiben, Krankheiten heilen etc.) Außerdem konnte man hier auch die Schnitzwerkstatt besuchen und natürlich im angrenzen Shop Masken kaufen. 😉

Übrigens: Kann man hier alles sehr gut mit dem öffentlichen (extrem günstigen) Bus erreichen und kann sich somit das TukTuk sparen. Am besten hat man kleines Geld dabei. Selten kostet der Bus mehr als 25 Rupees. Hat man nur 50, wird man als Tourist eher kein Wechselgeld bekommen. 😉

Außerdem: die roten Busse sind staatliche und die blauen privat!

Die kleinen Schildkröten-Babys haben dann mein Herz erwärmt. Sie sind so süß.

Während man am Strand von Wadduwa kaum Touristen begegnet, ist Hikkaduwa eine richtige Touristenhochburg. Hier erwartet dich ein super schöner Strand, der surfbare Wellen und eines der wenigen Korallenriffe Sri Lankas zu bieten hat. Hippe Restaurants (wie das Mama’s) und nette Bars mit Liegen säumen den kilometerlangen Strand und erzeugen eine wunderbar entspannte Atmosphäre. Wer eine günstige, leckere, einheimische Mahlzeit sucht, ist mit dem No. 1 Roti Restaurant gut bedient. Jammi… 🙂

Eigentlich ist es hier auch nicht gestattet, Alkohol am Strand zu konsumieren. Dennoch wagten wir das abendliche Picknick am Strand und bestaunten das im Norden tobende Gewitterleuchten und das nächtliche Treiben der Krebse mit einem kühlen Lion-Bier.

Das war ein perfekter Abschluss nach diesen 3 ereignisreichen Tagen und da ich froh war, das Hostel verlassen zu dürfen, bin ich auch ganz früh am nächsten Morgen aufgebrochen, um meine Reise fortzusetzen.

Next Stopp: Boossa – Yoga-Urlaub im „White House“

 

 

 

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